Igel im Garten – Spannendes über Ihre stacheligen Freunde

Igel im Garten – Spannendes über Ihre stacheligen Freunde

Igel sind unver­wech­sel­bar. Die­se lau­fen­den Sta­chel­ku­geln sind gern gese­he­ne Mit­be­woh­ner unse­res Gar­tens. Wenn sie sich abends auf Nah­rungs­su­che machen, sich stö­bernd und schnau­fend durch das Unter­holz bewe­gen, dann ist das immer ein beson­de­res Erlebnis.

Meis­tens sind sie unschein­bar, da man sie tags­über nur äußerst sel­ten zu Gesicht bekommt und sie in der Nacht heim­lich von Hecke zu Gebüsch tap­sen. Was in ihnen steckt, wie sie leben und wel­che Hin­der­nis­se auf sie war­ten, ist vie­len Men­schen nicht bekannt.

Wir möch­ten Ihnen in die­sem Bei­trag von die­sem drol­li­gen und hel­den­haf­ten Sta­chel­rit­ter erzäh­len. In die­sem Arti­kel wer­den Sie hof­fent­lich viel Inter­es­san­tes über Igel erfah­ren. Wir möch­ten Ihnen zei­gen, wie Sie Igeln hel­fen kön­nen, damit Ihr sta­che­li­ger Gar­ten­be­woh­ner gesund und mun­ter durchs Jahr kommt. Auf dass Ihnen Ihr Freund noch lan­ge viel Freu­de bereitet.

 

 

Was fressen und trinken Igel?

Igel sind kei­ne Vege­ta­ri­er, son­dern aus­ge­spro­che­ne Fleisch­fres­ser. In frei­er Wild­bahn besteht ihr natür­li­cher Spei­se­plan aus unter­schied­lichs­ten wir­bel­lo­sen Tie­ren wie Insek­ten und deren Lar­ven, Schne­cken, Regen­wür­mern, Tau­send­füß­lern oder Spin­nen. Auch Aas, Frö­sche, Krö­ten, Mäu­se oder Vogel­ei­er wer­den nicht verschmäht.

Da ihr Ver­dau­ungs­sys­tem auf fleisch­li­che Kost aus­ge­legt ist, haben Igel Pro­ble­me mit Früch­ten, Gemü­se oder Nüs­sen. Die­se kön­nen sie nicht fres­sen, wobei sie in bestimm­ten Situa­tio­nen Obst oder Wur­zeln als Flüs­sig­keits­zu­fuhr zu sich neh­men. Doch die­se wer­den zum Groß­teil unver­daut wie­der ausgeschieden.

Ihr Bedarf an Flüs­sig­keit wird haupt­säch­lich über die Nah­rung gedeckt. Was sie zusätz­lich benö­ti­gen, erhal­ten die stach­li­gen Vier­bei­ner über Was­ser. Eine Trink­scha­le kön­nen Sie daher ger­ne auch aufstellen.

Man­che Men­schen geben ihren Schütz­lin­gen auch Milch zu trin­ken. Das ist aber gedan­ken­los und fahr­läs­sig. Igel ver­tra­gen kei­ne Milch, sie bekom­men Magen­krämp­fe und Durch­fall davon. Also: Bit­te geben Sie Ihren sta­che­li­gen Freun­den kei­ne Milch.

Wie sieht ein Igel-Jahr aus?

Ein Igel-Jahr ist stark geprägt vom Win­ter. Die­se fros­ti­ge Zeit wird über fünf Mona­te lang schla­fend ver­bracht. Das zehrt an Sub­stanz und muss im Lau­fe des Jah­res wie­der ange­fres­sen werden.

Der Frühling nach dem Winterschlaf

Mit anstei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren im Früh­jahr beginnt auch das Igel­jahr. Wenn es drau­ßen län­ger über zehn Grad Cel­si­us warm ist, dann erwa­chen sie. Zuerst die Männ­chen im März; etwas spä­ter wer­den im April auch die Lebens­geis­ter der Weib­chen geweckt.

Nach fünf bis sechs Mona­ten Win­ter­schlaf haben Igel bis zu 30 % Kör­per­ge­wicht ver­lo­ren, sind abge­ma­gert und äußerst hung­rig. Jetzt muss gefres­sen wer­den was sich fin­den lässt. Doch ihre Haupt­nah­rung Insek­ten, Wür­mer und Schne­cken sind auch noch nicht so freu­dig unter­wegs. Des­halb kön­nen Sie ihren Gar­ten­gast zu die­ser Zeit ger­ne mit geeig­ne­ter Nah­rung zufüt­tern.

Paarungszeit

Jetzt wird Ener­gie benö­tigt, denn die Paa­rungs­zeit steht an. Von Mit­te April bis Ende August bege­ben sich die ein­zel­gän­ge­ri­schen Männ­chen auf die Suche nach einem Igel­weib­chen. Manch­mal müs­sen in der Nacht meh­re­re Kilo­me­ter hin­ter sich gebracht wer­den, bis ein Weib­chen gefun­den ist. Dann beginnt das „Igel­ka­rus­sell“: das Männ­chen umkrei­sen das Weib­chen, wird aber oft wie­der weg­ge­sto­ßen. Bis es end­lich so weit ist, kön­nen Stun­den vergehen.

Wenn es aber mit der Paa­rung geklappt hat, dann geht das Inter­es­se auf bei­den Sei­ten ver­lo­ren. Sie tren­nen sich wie­der. Das Weib­chen wid­met sich der Schwan­ger­schaft, das Männ­chen streift nah­rungs- und part­ner­su­chend umher.

Nachwuchs

Igel sind allein­er­zie­hend, nur die Mut­ter küm­mert sich um den Nach­wuchs. Die­ser kommt nach einer Trag­zeit von ca. 35 Tagen im August bis Sep­tem­ber zur Welt (in war­men Regio­nen teil­wei­se sogar im Juni, Juli) — Augen und Ohren noch geschlos­sen aber mit wei­chen, wei­ßen Sta­cheln. Jetzt ist Mut­ter­milch ange­sagt, um schnells­tens groß und stark zu wer­den. Erst nach drei Wochen machen sich die Klei­nen das ers­te Mal mit ihrer Mut­ter auf Nahrungssuche.

Vorbereitung auf den Winter

Und schon im Sep­tem­ber, nach sechs Wochen Betreu­ung durch die Mut­ter, heißt es Abschied neh­men. Jetzt gehen die Jung­tie­re ihre eige­nen Wege. Es wird käl­ter, die Ener­gie­re­ser­ven müs­sen gefüllt wer­den, ein Fett­pols­ter muss her. Zu die­ser Zeit heißt es für alle Igel: fres­sen, fres­sen, fres­sen. Der Win­ter naht, aber der Tisch ist glück­li­cher­wei­se noch reich­lich gedeckt.

Doch je spä­ter es im Jahr ist, des­to sel­te­ner wer­den Igel jetzt noch fün­dig. Immer weni­ger Insek­ten und ande­re Wir­bel­lo­se sind noch da, sie ster­ben oder ver­krie­chen sich. Zusätz­li­che fros­ti­ge Tem­pe­ra­tu­ren zei­gen den Igeln an, dass es Zeit ist sich ein Win­ter­quar­tier zu suchen. Aus Instinkt und Erfah­rung machen sich älte­re Tie­re schon früh­zei­tig auf die Suche nach einem Ver­steck. Jün­ge­re Igel und noch nicht aus­rei­chend genähr­te Igel­müt­ter nut­zen aber noch jede Gele­gen­heit, um dick und fett zu werden.

Ein gut iso­lie­ren­des, wet­ter­ge­schütz­tes Nest zu fin­den und zu bau­en ist eine Kunst. Die muss gelernt wer­den. Fün­dig wer­den sie in Hecken, Sträu­chern, Laub‑, Holz- und locke­ren Stein­hau­fen. Ist das Nest nicht gut gewählt, dann kön­nen Igel die kal­te Win­ter­zeit nicht über­ste­hen. Da jun­ge Igel uner­fah­ren sind, wird ihnen die Käl­te sehr oft zum Ver­häng­nis.

Winterschlaf

Ist ein Win­ter­quar­tier gefun­den, dann machen es sich die Igel gemüt­lich und gehen in den Win­ter­schlaf. Männ­chen rol­len sich schon Anfang Novem­ber zusam­men, erst ein paar Wochen danach fol­gen die Weib­chen und Jung­tie­re. Jetzt heißt es auf Spar­flam­me zu gehen und die Kör­per­funk­tio­nen dras­tisch zu redu­zie­ren. Kör­per­tem­pe­ra­tur, Herz­schlag und Atem­fre­quenz wer­den erheb­lich ver­rin­gert. Nur gele­gent­lich und nur für kur­ze Zeit wachen Igel aus die­ser Schlaf­pha­se auf.

Wenn die­se fros­ti­ge Zeit schla­fend über­stan­den wur­de, dann beginnt im Früh­ling ein neu­es Igel­jahr.

Igel im Garten — Gut oder Schlecht?

Die­se Fra­ge ist wirk­lich ein­fach zu beant­wor­ten: Igel sind wich­ti­ge und nütz­li­che Hel­fer in Ihrem Gar­ten. Wenn ein Igel Ihren Gar­ten auf Nah­rungs­su­che durch­streift, dann kön­nen Sie sich glück­lich schät­zen. Denn Igel sind äußerst ver­fres­sen und lie­ben fleisch­li­che Kost. Das macht sie zu beson­ders guten Schäd­lings­be­kämp­fern. Dage­gen rüh­ren sie Obst, Gemü­se oder ande­re Pflan­zen in Ihrem Gar­ten eigent­lich nie an. Sie wer­den sich für Igel begeistern!

Igel ver­til­gen mit Genuss Käfer und deren Lar­ven (Enger­lin­ge), schlei­mi­ge Schne­cken, Rau­pen, Wür­mer und vie­le ande­re Insek­ten. Gera­de Nackt­schne­cken und bestimm­te Enger­lin­ge sind uner­freu­li­che Schäd­lin­ge im Gar­ten. Zum Bei­spiel fres­sen Nackt­schne­cken ger­ne fri­sches Grün Salat, Kohl, die Blät­ter von Erd­bee­ren, Kar­tof­feln oder Meer­ret­tich sowie Kräu­ter (Peter­si­lie, Basilikum).

Die im Boden leben­den Enger­lin­ge sind eben­falls bedeu­ten­de Schäd­lin­ge im Gar­ten und ernäh­ren sich von Pflan­zen-Wur­zeln. Gera­de die gefrä­ßi­gen Lar­ven von Mai­kä­fer, Juni­kä­fer, Gar­ten­laub­kä­fer und Dick­maul­rüss­ler sind im Gar­ten nicht ger­ne gesehen.

Und genau die­se Schäd­lin­ge ste­hen auf dem Spei­se­plan des Igels. Aber auch ande­re tote Tie­re (Aas) wer­den von Igeln ganz schnell ver­speist. So bleibt kein Aas in Ihrem Gar­ten liegen.

Zusätz­lich wüh­len Igel auf ihrer Nah­rungs­su­che die Erde mit ihrer Schnau­ze auf. Das sorgt für eine super Belüf­tung des Erd­reichs. Des­halb sind Igel für Sie wirk­li­che Hel­fer bei Ihrer Gar­ten­ar­beit: Schäd­lings­be­kämp­fer, Abfall­be­sei­ti­ger und Gartenpfleger.

Darf ich Igel füttern?

Igel im Gar­ten zu füt­tern, ist unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen sinn­voll. Fol­gen­des soll­ten Sie über die Füt­te­rung von Igeln wissen.

Win­ter­zeit ist für Igel Schla­fens­zeit. Doch wor­an mer­ken Igel, dass es jetzt Zeit für den Win­ter­schlaf ist? Die Ant­wort ist ein­fach: Käl­te und Nah­rungs­man­gel zei­gen Igeln, dass der Win­ter kommt. Insek­ten und ande­res wir­bel­lo­ses Getier ver­schwin­den mit der fros­ti­gen Zeit, somit wird auch die Nah­rung der Sta­chel­rit­ter knapper.

Für Sie bedeu­tet die­ses, dass auch die herbst­li­che Zufüt­te­rung mit Igel-Fut­ter auf­hö­ren soll­te. Wenn Igel noch genü­gend Nah­rung durch Ihre Füt­te­rung fin­den, dann ver­pas­sen Igel mög­li­cher­wei­se den rich­ti­gen Zeit­punkt für einen mona­te­lan­gen Winterschlaf.

Es gibt aber Aus­nah­men. Wenn Sie im tiefs­ten Win­ter einen Igel in Ihrem Gar­ten her­um­strei­fen sehen, dann soll­ten Sie stut­zig wer­den. Nor­ma­ler­wei­se ver­las­sen Igel ihr Win­ter­quar­tier nicht vor dem Früh­ling. Wenn sich ein Igel im Win­ter vor die Tür traut, dann hat er Pro­ble­me und ist wahr­schein­lich geweckt wor­den, krank, ver­letzt oder direkt vom Hun­ger­tod bedroht.

Solch einem Igel soll­ten Sie hel­fen. Als ers­te Maß­nah­me dür­fen Sie ihm ger­ne Fut­ter anbie­ten. Der Igel wird sich hof­fent­lich gründ­lich satt essen, eine dicke Fett­schicht auf­bau­en und wie­der in den Win­ter­schlaf gehen.

Meis­tens hat ein im Win­ter auf­ge­weck­ter Sta­chel­rit­ter aber wei­te­re Pro­ble­me. Die­se Tie­re brau­chen pro­fes­sio­nel­le Unter­stüt­zung durch einen Tier­arzt oder eine Igel­pfle­ge­sta­ti­on. Las­sen Sie sich bit­te fach­ge­recht beraten.

Welche Vorteile gibt es bei der Igelfütterung?

Ihren sta­che­li­gen Vier­bei­nern im Gar­ten ganz­jäh­rig Igel-Fut­ter anzu­bie­ten, scheint auf den ers­ten Blick sinn­voll. Man freut sich über die abend­li­chen Besu­che, kann das rege Trei­ben am Fut­ter­platz mit sei­nen Kin­dern beob­ach­ten und tut etwas Gutes für das Über­le­ben die­ser kecken Tie­re. Unter bestimm­ten Umstän­den ist eine Zufüt­te­rung voll­kom­men in Ord­nung, aber bit­te nicht das gan­ze Jahr über.

Im Spät­win­ter aus einem mona­te­lan­gen Win­ter­schlaf zu früh auf­ge­wach­te Igel fin­den häu­fig noch zu wenig Nah­rung. Die Natur ist noch nicht erwacht, das Insek­ten­le­ben däm­mert auch noch vor sich hin und es ist viel zu kalt. Wenn Sie also im Spät­win­ter einen Igel her­um­ir­ren sehen, dann dür­fen Sie die­sem ger­ne mit Fut­ter und einem wär­men­den Schlaf­platz aushelfen.

Die Vor­be­rei­tung zum Win­ter­schlaf besteht haupt­säch­lich aus Fres­sen. Dadurch bau­en sich Igel ein dickes Fett­pols­ter auf, von dem sie über den Win­ter zeh­ren. Es ist aber mög­lich, dass ein jun­ger Igel sei­ne Reser­ven bis zum Win­ter­ein­bruch noch nicht genü­gend auf­fül­len konn­te. Die­sem Tier kön­nen Sie beim Auf­bau eines Fett­pols­ters hel­fen, indem Sie ihm Fut­ter geben.

Wenn Sie eine Fut­ter­stel­le für Igel in Ihrem Gar­ten auf­stel­len, dann müs­sen die­ses fach­lich kor­rekt machen. Auch ande­re nächt­li­che Besu­cher lie­ben die­ses Igel-Fut­ter. Mar­der, Kat­zen, Füch­se, aber auch Mäu­se und Rat­ten wer­den von die­ser Köst­lich­keit magisch ange­lockt. Neu­er­dings kann man an man­chen Orten Deutsch­lands auch Mar­der­hun­de und Wasch­bä­ren antref­fen. Des­halb müs­sen Sie sich schlau machen, wie eine gute Fut­ter­sta­ti­on auf­ge­baut wer­den soll­te. Oder Sie kau­fen sich ein pro­fes­sio­nell und fach­ge­recht her­ge­stell­tes Igelhaus.

Welche Nachteile gibt es bei der Igelfütterung?

Wir möch­ten Ihnen, gera­de aus Tier­lie­be, auch die Nach­tei­le einer Zufüt­te­rung mit Igel-Fut­ter nennen.

Igel sind sehr bequem und äußerst ver­fres­sen. Das dür­fen sie auch sein bei einem mehr­mo­na­ti­gen Win­ter­schlaf. Das Pro­blem dabei ist: Wenn Sie die­sem Schlem­mer­maul immer wie­der Fut­ter geben, dann wird er sich nur noch auf Ihre Fut­ter­sta­ti­on kon­zen­trie­ren. Auch wenn es noch so süß ist, dass Ihr Gar­ten­gast all­abend­lich am Fut­ter­platz war­tet, er soll­te doch selbst auf Nah­rungs­su­che gehen.

Die­ses gilt ins­be­son­de­re für Jung­igel. Wenn sie lan­ge leben wol­len, dann müs­sen sie das Jagen und die Nah­rungs­su­che erler­nen. Ein Igel­haus mit reich­lich Fut­ter, das der Klei­ne nicht mehr aus­gra­ben muss oder das nicht mehr weg­lau­fen kann, hilft ihm nicht. Er wird nur abhän­gig von die­ser Fut­ter­quel­le und muss dar­auf ver­trau­en, dass es immer gut gefüllt ist.

Ein Igel weiß instink­tiv, was er an Nah­rung für ein gesun­des Leben benö­tigt. Und das holt er sich anhand von Insek­ten, Regen­wür­mern und Schne­cken direkt aus der Natur. Igel-Fut­ter soll­te nur als Zufüt­te­rung die­nen. Denn es kann ein natür­li­ches Nah­rungs­an­ge­bot mit auf die Bedürf­nis­se von Igeln abge­stimm­ten Fut­ter­in­halts­stof­fen nicht voll­stän­dig ersetzen.

Igel sind Ein­zel­gän­ger und ziem­lich ego­is­tisch, wenn es um Fut­ter geht. Eine Fut­ter­stel­le ist natür­lich für jeden Igel in der Umge­bung ver­lo­ckend. Da ist es nicht ver­wun­der­lich, wenn sie sich am Fut­ter­platz tref­fen. Stres­si­ge Rau­fe­rei­en mit Art­ge­nos­sen sind dann unver­meid­lich. Und dass klei­ne­re, jün­ge­re und schwä­che­re Igel den Kür­ze­ren zie­hen, soll­te klar sein. Wer gewinnt ist der sowie­so schon gut genähr­te Altigel.

Wie müssen Futterstellen eingerichtet werden?

Damit Sie bei der Füt­te­rung von Igeln in Ihrem Gar­ten kei­ne unan­ge­neh­men Über­ra­schun­gen erle­ben, soll­ten eini­ge Din­ge beach­tet werden.

Einfache Futter-Näpfe anbieten

Selbst­ver­ständ­lich kön­nen Sie in Ihrem Gar­ten eine ein­fa­che Fut­ter­stel­le für Igel in Form eines Nap­fes oder einer Scha­le ein­rich­ten. Bei der Wahl eines geeig­ne­ten Nap­fes soll­ten Sie dar­auf ach­ten, dass er von den fres­sen­den Igeln nicht umge­schmis­sen wer­den kann. Der Napf muss schwer und flach sein, Kera­mik eig­net sich dafür sehr gut.

Stel­len Sie den Napf an einer geschütz­ten Stel­le im Gar­ten auf, zum Bei­spiel unter einem Gebüsch. Um die Stel­le ein­fach rei­ni­gen zu kön­nen, legen Sie meh­re­re Lagen Zei­tungs­pa­pier groß­zü­gig unter den Napf und beschwe­ren Sie die Ecken. Der mit Igel-Fut­ter gefüll­te Napf wird am Abend auf­ge­stellt und am nächs­ten Mor­gen wie­der ent­fernt. Den Napf und den Fress­platz gründ­lich rei­ni­gen. Da Igel nachts unter­wegs sind, brau­chen Sie tags­über kein Fut­ter anzu­bie­ten, das wür­de nur unge­be­te­ne Gäs­te anlocken.

Geschützte Futterstellen

Apro­pos unge­be­te­ne Gäs­te: Das ist ein sehr wich­ti­ges The­ma und ent­schei­det über die Art der Fut­ter­stel­le. Es gibt sehr vie­le ande­re Tie­re außer Igel, die ein sol­ches Fut­ter auch lie­ben. Auch ande­re nächt­li­che Besu­cher wie Mar­der, Kat­zen, Füch­se, aber auch Mäu­se und Rat­ten wer­den von die­ser Köst­lich­keit magisch ange­lockt. Neu­er­dings kann man an man­chen Orten Deutsch­lands auch Mar­der­hun­de und Wasch­bä­ren antreffen.

Wenn Sie befürch­ten, ande­re Gäs­te durch die Igel­füt­te­rung mit einem Napf anzu­lo­cken (oder zum Bei­spiel sogar schon Rat­ten gese­hen haben), dann benö­ti­gen Sie eine geschütz­te­re Fut­ter­stel­le. Die­se kön­nen Sie aus Plastik‑, Holz­kis­ten oder aus Back­stei­nen ein­fach sel­ber bau­en. Ihrer Fan­ta­sie sind kei­ne Gren­zen gesetzt.

Schnei­den Sie in eine Sei­te der Kis­te ein run­des oder ecki­ges Ein­gangs­loch von 10 x 10 cm (am obe­ren Rand der Kis­te, die Kis­te wird ja umge­dreht). Rich­ten Sie die Fut­ter­stel­le mit Napf, wie oben beschrie­ben, ein und set­zen Sie die Kis­te umge­dreht auf die Fut­ter­stel­le. Beschwe­ren Sie die Kis­te mit einem schwe­ren Gegen­stand (Stein, Holz­klotz oder Ähn­li­ches), damit die Kis­te nicht umge­schmis­sen wird.

Noch siche­rer ist es, wenn die Kis­te innen mit einem ca. 12 – 14 cm brei­ten Gang ver­se­hen wird. Der Gang beginnt am Ein­gang und reicht bis zur gegen­über lie­gen­den Kis­ten­wand. Dort wird eine recht­wink­li­ge Öff­nung in das Inne­re der Kis­te frei­ge­las­sen. Igel kön­nen so ohne Pro­ble­me in die Kis­te gelan­gen, für die meis­ten ande­ren Tie­re wird das Fut­ter somit unerreichbar.

Wenn Sie aller­dings Rat­ten am Fut­ter bemerkt haben, dann soll­ten Sie ent­we­der das Fut­ter nur anbie­ten, wenn Sie die Fut­ter­stel­le selbst beob­ach­ten. Oder Sie ver­wen­den eine Fut­ter­kis­te mit Rat­ten­klap­pe. Auch die­se kön­nen Sie ein­fach selbst anbringen.

Alter­na­tiv kön­nen Sie sich eine pro­fes­sio­nell und fach­ge­recht her­ge­stell­te Fut­ter­sta­ti­on kaufen.

Was mache ich, wenn ich ein Igelbaby gefunden habe?

Sie haben einen klei­nen, unter­ge­wich­ti­gen Igel gefun­den, viel­leicht sogar noch mit geschlos­se­nen Augen? Dann soll­ten Sie han­deln – aber bit­te nicht vor­schnell. Es gibt eini­ge Din­ge zu beach­ten. Denn mög­li­cher­wei­se benö­tigt die­ser Igel gar kei­ne Hil­fe von Ihnen. Es ist ent­schei­dend, was für ein Gewicht ein Igel zu einem bestimm­ten Zeit­punkt im Jahr hat.

Was Sie dazu wis­sen soll­ten: Der Igel-Nach­wuchs kommt nach einer Trag­zeit von ca. 35 Tagen im August bis Sep­tem­ber zur Welt. Zu die­ser Zeit sind sie noch voll­stän­dig auf die Ver­sor­gung durch die Igel­mut­ter ange­wie­sen. Sie ernäh­ren sich von der Mut­ter­milch, und erst all­mäh­lich kommt auch fes­te Nah­rung dazu. Bis zu einem Gewicht von ca. 200 Gramm wer­den sie noch gesäugt. Etwa Ende Sep­tem­ber gehen sie, noch in Obhut ihrer Mut­ter und mit ihren Geschwis­tern, in der Natur auf ihre ers­te Nahrungssuche.

Jün­ge­re Igel nut­zen bis zum Frost noch jede Gele­gen­heit, um dick und fett zu wer­den. Es ist aber mög­lich, dass ein jun­ger Igel sei­ne Reser­ven bis zum Win­ter­ein­bruch noch nicht genü­gend auf­fül­len konn­te. Ein jun­ger Igel soll­te Anfang Novem­ber ein Gewicht von min­des­tens 500 Gramm besit­zen, um den Win­ter zu überstehen.

Wenn Sie nun im Herbst einen Igel gefun­den haben, der ohne Mut­ter unter­wegs ist (suchen Sie nach der Mut­ter und den Geschwis­tern) und unter 200 Gramm wiegt, dann benö­tigt die­ser klei­ne Sta­chel­rit­ter Ihre Unter­stüt­zung. Glei­ches gilt für Igel, die Mit­te Okto­ber noch kei­ne 400 Gramm wie­gen und Anfang Novem­ber die 500 Gramm noch nicht erreicht haben.

Erstversorgung von Igel-Kindern

Nun ist es an Ihnen, dem Igel eine Erst­ver­sor­gung zu geben. Aber alles was über die ers­te Hil­fe hin­aus geht, soll­ten Sie einem pro­fes­sio­nel­len Igel­kun­di­gen, zum Bei­spiel einem Tier­arzt oder einer Igel­sta­ti­on über­las­sen. Denn solch eine Ver­sor­gung ist sehr anspruchsvoll.

Was die­ser Igel zuerst braucht, ist ein war­mer Unter­schlupf. Berei­ten Sie ihm eine klei­ne Box vor, die Sie mit Zei­tungs­pa­pier aus­le­gen. In die­se Box legen Sie eine in Hand­tü­chern ein­ge­wi­ckel­te Wärm­fla­sche und set­zen den Igel hin­ein. Der Igel wird zusätz­lich mit Zei­tungs­pa­pier zuge­deckt. Wenn die Box dun­kel ver­schließ­bar ist, dann ist das gut. Ansons­ten soll­ten Sie noch einen umge­dreh­ten Kar­ton als Schlaf­platz anbieten.

Jetzt geht es an die ers­te Nah­rungs­ver­sor­gung. Unbe­dingt ver­mei­den soll­ten Sie die Füt­te­rung von Milch und Milch­pro­duk­ten, Obst und Gemü­se. Beden­ken Sie beim Füt­tern, dass Igel kei­ne Vege­ta­ri­er sind — in der Natur ernäh­ren sie sich von Insek­ten oder Schne­cken. Am bes­ten ist die Füt­te­rung mit spe­zi­el­lem Igel-Fut­ter, das Sie käuf­lich erwer­ben kön­nen. Sie kön­nen den Igel aber auch mit Kat­zen- oder Hun­de­fut­ter (dar­auf ach­ten, dass es ohne Soße, Reis, Gemü­se ist) oder unge­würz­tem Rühr­ei füt­tern. Zum Trin­ken bit­te aus­schließ­lich Was­ser bereitstellen.

Ist der Igel zu klein oder zu schwach, um selb­stän­dig fres­sen zu kön­nen, dann müs­sen Sie aus­hel­fen. Berei­ten Sie wirk­lich klei­nen Igeln (mög­li­cher­wei­se haben sie ihre Augen noch nicht geöff­net) eine brei­ar­ti­ge und lau­war­me Fut­ter­mi­schung aus hart­ge­koch­tem Eigelb, Öl und Küm­mel- bzw. Fen­chel­tee zu. Igel­milch wer­den Sie nicht haben, es gibt aber Milch für Hun­de­wel­pen zu kau­fen. Die­se darf dem Brei eben­falls zuge­ge­ben wer­den. Bei grö­ße­ren Tie­ren kön­nen Sie den Brei auch mit Hun­de-/Kat­zen­fut­ter oder ein­ge­weich­tem, zer­klei­ner­tem Igel-Fut­ter anrei­chern. Füt­tern Sie den Igel, indem Sie ihm den Brei mit einer klei­nen Ein­mal­sprit­ze direkt in den Mund geben.

Wor­auf Sie unbe­dingt noch ach­ten soll­ten, ist, ob Ihr Igel von Para­si­ten befal­len ist. Die Ent­fer­nung von Zecken soll­ten Sie Exper­ten über­las­sen. Aber Flie­gen­ei­er und Maden müs­sen Sie unbe­dingt entfernen.

Als Zusammenfassung: Worauf müssen Sie achten, wenn Sie ein Iglbaby gefunden haben?

  • Zier­li­chen Igel im Herbst gefun­den? Gewicht bestimmen.
  • Gewicht unter 200 g, ohne Mut­ter unter­wegs? Igel braucht Unterstützung
  • Gewicht im Okto­ber unter 350 g oder im Novem­ber unter 500 g? Igel braucht Unterstützung
  • Erst­ver­sor­gung: war­mer Unter­schlupf, Not­füt­te­rung, Para­si­ten entfernen
  • Not­füt­te­rung mit: Rühr­ei & Eigelb, Hun­de- & Kat­zen­fut­ter (100% Fleisch), spe­zi­el­lem Igel-Fut­ter, Hundewelpenmilch
  • Kei­ne Füt­te­rung mit: Milch & Milch­pro­duk­ten, Obst, Gemü­se, Nüssen
  • Was­ser zum Trin­ken anbie­ten, klei­ne Igel lie­ben auch Fen­chel- oder Küm­mel­tee mit etwas Honig
  • Pro­fes­sio­nel­le Hil­fe anfor­dern (Tier­arzt, Igelstation)

Hat das Insektensterben auch einen Einfluss auf Igel?

Es ist in aller Mun­de und hat dra­ma­ti­sche Aus­ma­ße ange­nom­men: das Insek­ten­ster­ben. Welt­weit ver­schwin­den immer mehr Insek­ten­ar­ten. Auch die Mas­sen an Insek­ten einer Art (die so genann­te Insek­ten-Bio­mas­se) nimmt rapi­de ab.

Die Ursa­chen sind haupt­säch­lich in der land­wirt­schaft­li­chen Inten­si­vie­rung zu suchen. Es wer­den zu vie­le Gif­te und Dün­ger ein­ge­setzt, die Acker­flä­chen neh­men rie­si­ge Aus­ma­ße an, natur­na­he Flä­chen (Feucht­wie­sen, Moo­re, Hecken, Brach­flä­chen) und exten­siv genutz­te Flä­chen (Wie­sen, Wei­den, Grün­land) wer­den zer­stört und zu inten­siv genutz­tem Acker­land umfunk­tio­niert. Dadurch wer­den Insek­ten getö­tet und ihnen der Lebens­raum genom­men. Aber auch der Kli­ma­wan­del mit hei­ße­ren und trock­ne­ren Som­mern begüns­tigt das Insektensterben.

Das hat weit­rei­chen­de Fol­ge für alle Tie­re, die sich haupt­säch­lich von Insek­ten ernäh­ren. Ihnen wird die Nah­rungs­grund­la­ge ent­zo­gen. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel Sing­vö­gel, Spitz­mäu­se, Amphi­bi­en und natür­lich auch der Igel.

Igel ernäh­ren sich glück­li­cher­wei­se nicht nur von Insek­ten. Doch der Spei­se­plan wird durch das Feh­len an Insek­ten selbst­ver­ständ­lich stark ein­ge­grenzt, was dem Igel nicht zugu­te­kommt. Wenig abwechs­lungs­rei­che Kost aus Wür­mern und Schne­cken kann beim Igel zu Erkran­kun­gen und star­kem Para­si­ten­be­fall führen.

Grund­sätz­lich wird sich eine Igel­po­pu­la­ti­on bei Nah­rungs­man­gel ver­rin­gern und auf einem nied­ri­ge­ren Level ein­pen­deln. Das heißt, es wer­den in einem Gebiet zwangs­läu­fig weni­ger Igel vor­han­den sein. Die­se wer­den aber, der Men­ge an vor­han­de­nem Fut­ter ent­spre­chend, aus­rei­chend gut ver­sorgt sein.

Können Sie dem Igel helfen?

Wie sich die Situa­ti­on in Zukunft wei­ter ent­wi­ckeln wird, ist unklar. Was für Sie bedeu­tend ist: Sie kön­nen Ihren Sta­chel­freun­den haupt­säch­lich damit hel­fen, indem Sie den Insek­ten hel­fen! Denn vie­le Insek­ten bedeu­tet genü­gend Nah­rung für Igel.

Begin­nen Sie in Ihrem eige­nen Gar­ten – machen Sie ihn insek­ten­freund­lich. Pflan­zen Sie vie­le blü­hen­de Blu­men, Büsche, Sträu­cher, Gehöl­ze und Bäu­me an. Sor­gen Sie für eine gro­ße bio­lo­gi­sche Viel­falt an Pflan­zen und wei­te­ren Struk­tur-Ele­men­ten in Ihrem Gar­ten (z.B. einen Gar­ten­teich, Tro­cken­mau­er, Rei­sig­hau­fen, Stein­gar­ten). Ein biss­chen Unord­nung stört Nie­man­den. Las­sen Sie Laub und Rei­sig an bestimm­ten Berei­chen liegen.

Wenn Sie unbe­dingt Unge­zie­fer bekämp­fen müs­sen, dann soll­ten Sie mecha­nisch und phy­si­ka­lisch wir­ken­de Mit­tel oder nur bio­lo­gi­sche Pflan­zen­schutz­mit­tel neh­men. Ver­wen­den Sie nur Pflan­zen­schutz­mit­tel, wenn es sich wirk­lich nicht ver­mei­den lässt. Und am bes­ten ist es, Sie ver­zich­ten ganz auf che­misch-syn­the­ti­sche Gifte.

Vie­le wei­te­re nütz­li­che Tipps, wie ein Gar­ten insek­ten­freund­lich – und somit auch igel­freund­lich – gestal­tet wer­den kann, fin­den Sie wei­ter unten in die­sem Beitrag.

Wie gestalte ich meinen Garten igelfreundlich?

Igel lie­ben einen chao­ti­schen Gar­ten – vie­le Men­schen aller­dings nicht. Jedoch sind Igel sehr wich­ti­ge und nütz­li­che Hel­fer im Gar­ten. Haben Sie schon ein­mal einen Igel mit Genuss eine Schne­cke ver­til­gen sehen? Oder eine dicke Käfer-Lar­ve? Dann wer­den Sie sich für Igel begeis­tern – denn Schne­cken und Enger­lin­ge sind uner­freu­li­che Schäd­lin­ge im Garten.

Doch was kön­nen Sie tun, um Ihr grü­nes Para­dies igel­freund­lich zu gestal­ten? Hier haben wir für Sie eini­ge nütz­li­che Tipps gesam­melt, um Ihren Gar­ten mit ein­fa­chen Mit­teln und wenig Auf­wand natur­nah zu gestal­ten. So wer­den sich nicht nur Igel, son­dern auch vie­le ande­re Nütz­lin­ge in Ihrem Gar­ten wohl fühlen.

Igelfreundliche Strukturen im Garten

Igel wer­den Ihren Gar­ten lie­ben, wenn die Zugän­ge nicht ver­sperrt sind, die klei­nen Gesel­len genü­gend Nah­rung fin­den und aus­rei­chend Ver­steck­mög­lich­kei­ten für den täg­li­chen Schlaf sowie die lan­ge Win­ter­zeit vor­han­den sind. Außer­dem soll­ten die Igel nicht Gefahr lau­fen, sich in Ihrem Gar­ten zu ver­let­zen oder sogar getö­tet zu werden.

Tagesverstecke und Plätze für die Überwinterung einrichten

Da Igel nacht­ak­tiv sind, benö­ti­gen sie tags­über Rück­zugs­mög­lich­kei­ten. Der Win­ter stellt noch­mal beson­de­re Ansprü­che an die Schlaf­plät­ze. Sie müs­sen vor den Unbil­den des Wet­ters schüt­zen, Wär­me lie­fern und Sicher­heit vor Fein­den bie­ten. Doch was sind die bes­ten Rück­zugs­or­te in Ihrem Garten?

In den wär­me­ren Jah­res­zei­ten sind Hecken, Büsche und Sträu­cher mit tief her­ab­hän­gen­den Ästen aus­rei­chen­de Quar­tie­re. Das dar­un­ter lie­gen­de Laub kann als Aus­pols­te­rung der Igel­nes­ter die­nen. Je nach Grö­ße Ihres Gar­tens kön­nen Sie ein­zel­ne Sträu­cher und Büsche oder grö­ße­re Hecken anpflan­zen. Die­se die­nen Ihnen gleich­zei­tig als Sicht­schutz, Schat­ten­spen­der oder Gartenabgrenzungen.

Sie soll­ten bei der Anpflan­zung von Gehöl­zen dar­auf ach­ten, dass Sie ein­hei­mi­sche Pflan­zen­ar­ten ver­wen­den. Beson­ders eig­nen sich Eber­esche, Buchen­ar­ten (Hain‑, Rot- und Blut­bu­che), Feu­er­dorn, Hart­rie­gel, Hasel­nuss, Holun­der, Holz­ap­fel, Kor­nel­kir­sche, Ligus­ter, Pfaf­fen­hüt­chen, Strauch­mis­pel, Schnee­ball, Weiß­dorn oder Wild­ro­se. Dor­ni­ge, sta­che­li­ge Pflan­zen bie­ten dem Igel gleich­zei­tig Schutz vor Räu­bern wie Hun­de und Füchse.

Im Win­ter wer­den Ansamm­lun­gen von Laub, Rei­sig oder Ästen, locke­re Stein- und Holz­sta­pel und selbst Kom­post­hau­fen ger­ne als Platz für den Win­ter­schlaf genutzt. Ande­re, künst­lich geschaf­fe­ne Plät­ze hin­ter bzw. unter Plat­ten, Bret­tern, Well­ble­che und EU-Palet­ten bie­ten eben­falls gute Ver­ste­cke. Also, wenn mög­lich bit­te nicht wegräumen.

Wol­len Sie einen Unter­schlupf aus Laub ein­rich­ten? Dann legen Sie meh­re­re Holz­schei­te so kreuz­wei­se auf den Boden, dass eine Höh­le ent­steht. Der Hohl­raum soll­te ca. 30 cm³ groß und mit Holz dach­ar­tig abge­deckt sein. Über die­se Kon­struk­ti­on kön­nen Sie nun Rei­sig, Laub und Äste auf­schich­ten. Ach­ten Sie auf einen schat­ti­gen Stand­ort. Sonst könn­ten die ers­ten wär­men­den Son­nen­strah­len dazu füh­ren, dass der Igel vor­zei­tig aus sei­nem Win­ter­schlaf aufwacht.

Einen ähn­li­chen Unter­schlupf kön­nen Sie auch mit Stei­nen bau­en. Der Stein­hau­fen muss eine aus­rei­chend gro­ße Öff­nung für Igel haben (ca. 10 x 10 cm) und im Innern genü­gend Platz bie­ten. Dafür schaf­fen Sie zuerst eine Höh­le mit Dach aus gro­ßen Stei­nen. Drü­ber schich­ten Sie wei­te­re Steine.

Unser Igel-Freund Max Karän­ke hat eine wun­der­ba­re Anlei­tung zum Bau eines Igel­hau­ses erstellt. Weil wir von der Agrinova die­ses prak­ti­sche Igel­haus und auch das Enga­ge­ment von Max unter­stüt­zen möch­ten, haben wir hier für Sie den link zur Bau­an­lei­tung: Ein Igel­haus bau­en — Igel­ret­ter wer­den in nur 4 Schrit­ten. Sie sehen wie leicht es ist, der Natur Gutes zurück­zu­ge­ben. 

Nahrungsquellen anbieten

Dort wo vie­le Insek­ten, Wür­mer, Schne­cken und ande­re Boden­le­be­we­sen leben, da fin­den Igel einen reich gedeck­ten Essen­s­tisch. Beson­ders ergie­bi­ge Nah­rungs­quel­len sind Blu­men­wie­sen, das Erd­reich unter Büschen / Hecken und – nicht zu ver­ges­sen – gut zugäng­li­che Komposthaufen.

Erhö­hen Sie die Arten­viel­falt in Ihrem Gar­ten! Viel­leicht ent­schei­den Sie sich, Rasen­be­rei­che in einen schö­nen Blu­men­ra­sen umzu­wan­deln. Mög­li­cher­wei­se pflan­zen Sie wun­der­bar blü­hen­de Büsche und Sträu­cher an. Errich­ten Sie einen Kom­post­hau­fen. Sie haben vie­le Mög­lich­kei­ten, die Viel­falt an Tier­ar­ten selbst mit klei­nen Vor­ha­ben zu för­dern.

Barrierefreiheit für Igel

Selbst die igel­freund­lichs­te Gar­ten­ge­stal­tung bringt wenig, wenn Sie Ihren Gar­ten kom­plett abge­sperrt haben. Igel kön­nen nicht flie­gen. Des­we­gen müs­sen sie Durch­läs­se haben, um in Ihren Gar­ten zu gelangen.

Ent­schei­den Sie sich für Gar­ten­ab­gren­zun­gen aus Hecken oder für Gar­ten­zäu­ne, die nicht bis zum Boden rei­chen. Alter­na­tiv kön­nen Sie ein­zel­ne Durch­schlup­fe schaf­fen. Aus­rei­chend gro­ße Löcher in Gar­ten­zäu­nen hel­fen schon sehr viel. Hier­bei gilt die Faust­re­gel: die Grö­ße der Öff­nung soll­te der Faust eines Erwach­se­nen ent­spre­chen (das sind etwa 10 cm). Ande­re Hin­der­nis­se wie Trep­pen­ab­sät­ze kön­nen mit Zwi­schen­stu­fen bar­rie­re­frei gemacht wer­den. Igel kön­nen Hin­der­nis­se von 15–20 cm überklettern.

Gefahren vermeiden

Ein Gar­ten birgt vie­le Gefah­ren für Ihre sta­che­li­gen Freun­de. Meis­tens sind es die Men­schen selbst, die dem Igel aus Unacht­sam­keit Scha­den zufügen.

Achtsame Gartenpflege

Heut­zu­ta­ge kom­men immer mehr elek­tri­sche Gerä­te zur Gar­ten­pfle­ge zum Ein­satz. Auto­ma­tisch fah­ren­de Rasen­ro­bo­ter, Rasen­trim­mer, Faden­schnei­der, Mes­ser­schnei­der, Laub­sauger, Laub­blä­ser oder Motor­sen­sen – es gibt vie­le elek­tro­ni­sche Gar­ten­werk­zeu­ge, die Igel ver­let­zen oder töten kön­nen und deren Lebens­raum nega­tiv beeinflussen.

Des­halb gilt für Sie: arbei­ten Sie acht­sam! Ver­ge­wis­sern Sie sich vor­her, ob nicht viel­leicht doch ein Igel unter Ihrer Hecke schläft. Kon­trol­lie­ren Sie hohes Gras, Laub­hau­fen oder ver­wach­se­ne Berei­che im Vor­aus auf Igel. Benut­zen Sie zuerst einen Laub­re­chen, bevor die eigent­li­chen Schneid­ar­bei­ten begin­nen. Ein Rasen­ro­bo­ter soll­te bes­ten­falls nur tags­über genutzt wer­den, wenn sich Igel zurück­ge­zo­gen haben.

Von Ihnen auf­ge­schich­te­te Laub- und Rei­sig­hau­fen soll­ten erst ent­fernt wer­den, wenn Sie sicher­ge­stellt haben, dass kei­ne Igel dar­un­ter schla­fen. Ent­we­der ent­sor­gen Sie Schnitt­gut sofort, oder Sie soll­ten die Hau­fen vor­her inspi­zie­ren bzw. bis zum nächs­ten Früh­jahr lie­gen las­sen. Wenn Sie einen Igel ent­deckt haben, bit­te nicht stö­ren und den Hau­fen wie­der schlie­ßen. Auch beim Ver­bren­nen sol­cher Hau­fen müs­sen Sie bit­te unbe­dingt vor­her prü­fen, ob kein Igel (oder ande­re Tie­re) dar­un­ter schläft.

Kom­post­hau­fen müs­sen immer wie­der ein­mal umge­schich­tet wer­den. Da der Kom­post ger­ne von Igeln als Quar­tier genutzt wird, müs­sen Sie bei der Arbeit (ins­be­son­de­re mit Gra­be­ga­bel, Gra­be­for­ke und Schau­fel) vor­sich­tig sein. Sonst ver­let­zen oder töten Sie den schla­fen­den Stachelritter.

Und der Ord­nung hal­ber: las­sen Sie doch ein­fach ein biss­chen Laub unter Hecken, Büschen und am Rand lie­gen. Ihr Gar­ten muss nicht per­fekt sau­ber sein. Das Laub ist für Igel äußerst wich­tig als Mate­ri­al zur Aus­pols­te­rung der Unterschlupfe.

Tödliche Fallen

Bestimm­te Ele­men­te im Gar­ten kön­nen für Igel töd­li­che Fal­len sein. Ins­be­son­de­re Gar­ten­tei­che, Gar­ten­wei­her oder Swim­ming­pools, Schwimm­be­cken stel­len eine Gefahr dar, auch wenn Igel schwim­men kön­nen. Wenn die Ufer zu hoch und steil sind, dann ist die Gefahr groß, dass sie hin­ein­fal­len und ertrin­ken. Daher soll­ten Sie Ihre Tei­che igel­si­cher machen. Am sinn­volls­ten ist die Umzäu­nung Ihres Tei­ches. Falls Sie die­ses nicht möch­ten, instal­lie­ren Sie eine Ram­pe als Aus­stieg am Ufer. Dadurch kön­nen Igel aus den Tei­chen her­aus klet­tern. Schwimm­be­cken wer­den mit einer Aus­stiegs­ram­pe eben­falls igel­si­cher. Oder Sie decken Ihren Pool nachts mit einer Pla­ne ab.

Tie­fe Licht­schäch­te oder Kel­ler­au­ßen­trep­pen kön­nen töd­li­che Fal­len sein. Igel kön­nen dort hin­ein­fal­len, und klei­ne­re Igel kön­nen Trep­pen­stu­fen noch nicht her­auf­klet­tern. Sie ver­let­zen sich beim Sturz oder ver­hun­gern, ver­durs­ten. Eine Lösung ist die Abde­ckung von Schäch­ten mit Git­tern. Auch Aus­stiegs­ram­pen kön­nen dem Igel hel­fen, sich wie­der zu befrei­en. Höhe­re Trep­pen­stu­fen kön­nen Sie mit klei­ne­ren Zwi­schen­ab­sät­zen über­wind­bar machen.

Müll vermeiden

In Ihrem eige­nen Gar­ten wer­den Sie sicher­lich dar­auf ach­ten, dass kein Müll her­um­liegt. Aber all­ge­mein ist es vie­len Men­schen schein­bar egal, dass Abfäl­le in der Natur ent­sorgt wer­den. Sol­cher Müll kann nicht nur für Igel, son­dern für alle Wild­tie­re gefähr­lich sein. Sie kön­nen sich in Schnü­ren, Bechern, Dosen, Ver­pa­ckun­gen, Net­zen oder Glas­scher­ben ver­let­zen, ver­fan­gen oder ste­cken bleiben.

Ver­mei­den Sie bit­te jeg­li­che Ver­mül­lung unse­rer Natur – zum Wohl der Tie­re aber auch zum Woh­le des Men­schen.

Naturnaher Pflanzenschutz

Igel sind wun­der­ba­re Schäd­lings­be­kämp­fer, wenn es um Pflan­zen­schutz geht. Vie­len Gar­ten­lieb­ha­ber ist dies nicht bekannt. Sie ver­las­sen sich lie­ber auf ande­re Pflan­zen­schutz­mit­tel (Pes­ti­zi­de) und Dün­ger, um den Gar­ten vor Schäd­lin­gen zu ver­tei­di­gen und gesun­de Pflan­zen zu bekom­men. Aller­dings soll­ten che­misch-syn­the­ti­sche Pflan­zen­schutz­mit­tel und Dün­ger ver­mie­den wer­den. Sie scha­den der Tier­welt unver­hält­nis­mä­ßig stark. Es gibt bio­lo­gi­sche, natür­li­che Alter­na­ti­ven. Die­se besit­zen bei fach­ge­rech­ter Anwen­dung glei­che Effek­te und scha­den der Natur viel weniger.

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