Leckere Äpfel statt kahler Baum? Den Apfelwickler biologisch bekämpfen
- 7. Februar 2022
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Sind Sie stolzer Besitzer eines Apfelbaumes mit vielen leckeren Äpfeln? Oder haben Sie in Ihrem Garten andere Obstbäume wie Birne, Pflaume oder Kirsche? Vielleicht haben Sie schon einmal herzhaft in einen Apfel oder eine andere Frucht gebissen, und Sie hat eine verdutzte kleine Raupe angeschaut. Dann haben Sie wahrscheinlich gerade mit der Apfelwickler Larve Bekanntschaft gemacht. Hoffentlich hat diese kleine Obstmade nicht schon zu großen Schaden angerichtet.

Eine ertragreiche Ernte ohne Obstmaden [Foto: photosvit/istockphoto.com]
Ein kleines Loch im Apfel, vielleicht schaut dort sogar ein kleines Köpfchen heraus. Da ist doch der Wurm drin! Was sich da in Ihrem Apfel eingenistet hat, ist jedoch kein „Wurm“. Sondern es ist die Larve bzw. Raupe eines kleinen Schmetterlings, dem Apfelwickler (Cydia pomonella). Diese Larve wird auch Obstmade genannt. Sie ist weltweit der bedeutendste tierische Schädling an Obstbäumen.
Apfelwickler werden zu den Nachtfaltern gezählt. Genauer gesagt gehören sie zur Familie der Wickler (Tortricidae). Aus dieser Familie stammen viele gefürchtete Schädlinge wie Pflaumenwickler, Traubenwickler, Fruchtschalenwickler oder Erbsenwickler.
Der ausgewachsene, etwa 1 cm lange Falter (Spannweite 2 cm) ist braun-grau. Seine Vorderflügel sind zusätzlich mit hellgrauen Streifen gebändert. Auffällig ist der kupferfarbene Fleck am unteren Rand. Im Flug fallen die beigefarbenen Hinterflügel auf, die beim ruhenden Falter unter den Vorderflügeln verborgen bleiben.

Apfelwickler-Falter sind gut am kupferfarbenen Flügel-Fleck zu erkennen [Foto: Tomasz Klejdysz/istockphoto.com]

Apfelwickler-Larven fühlen sich in Äpfeln pudelwohl [Foto: Andermatt Biogarten AG]
Trotz seines Namens befällt der Apfelwickler nicht nur Apfelbäume. Häufig ernähren sich die Obstmaden auch von Birne und Walnuss. In wärmeren Gegenden werden gelegentlich auch
als Nahrung genutzt.

Hier hat sich eine Obstmade in einen Apfel gefressen [Foto: Andermatt Biogarten AG]
Die Fraßlöcher befinden sich entweder direkt auf der Schale oder in der Kelchgrube der Äpfel. Häufig sind an den Fraßlöchern noch bräunliche Krümel erkennbar. Das ist der Kot der Raupe, der über das Fraßloch abgegeben wird.

Ein wurmstichiger Apfel mit Kotspuren am Frassloch [Foto: Agrinova GmbH]

Die Larve des Apfelwicklers kann große Schäden an Ihren Äpfeln verursachen [Foto: Agrinova GmbH]
So können Sie schon die erste Faltergeneration abwehren. Optimale Bedingungen für einen Falterflug sind feucht-warme (ab 20 °C) und windstille Abende ab Ende April bis in den September. Zu dieser Zeit lassen sich die erwachsenen Falter gut mit Pheromonfallen nachweisen.
Schauen Sie sich die Blätter oder die Früchte sehr genau an. Dort können Sie mit etwas Glück (oder auch Pech) 1 mm kleine weiße, durchscheinende Pünktchen erkennen. Das können Eier des Apfelwicklers sein.
Verwechslungsgefahr: Es gibt auch noch die Apfel-Gespinstmotte (Yponomeuta malinellus), ebenfalls ein gefürchteter Schädling an Apfelbäumen. Einen Befall mit diesem Falter können Sie aber gut anhand der silbrig glänzenden Gespinste an den Blättern erkennen. Solch ein Netz aus Sekretfäden wird vom Apfelwickler nicht hergestellt.
Dass sich ein Schmetterling von einer (häufig unansehnlichen, manchmal aber doch sehr hübschen) Raupe zu einem bezaubernden Schmetterling entwickelt, ist Jedem bekannt. Diese sogenannte Metamorphose durchlaufen auch Apfelwickler.

Das Apfelwickler-Jahr beginnt mit einem Falter. Wenn der Frühling mit angenehmen Temperaturen Einzug erhält, dann wird aus einer im Kokon überwinterten Raupe ein erwachsener Falter. Ab Ende April fliegen die geschlechtsreifen männlichen und weiblichen Falter, um sich fortzupflanzen. Das Weibchen wird begattet und bildet 30 bis 60 Eier aus. Diese Eier werden an den Blättern oder später im Jahr an den unreifen Früchten der Obstbäume abgelegt.
Nach 1 bis 2 Wochen schlüpfen die Larven aus den Eiern und suchen sich eine leckere Frucht. In diese fressen sie sich hinein, was die charakteristischen Fraßlöcher entstehen lässt. 3 bis 4 Wochen lang fressen sich die Raupen am Obst satt und wachsen heran.
Am Ende sind die Raupen bereit, sich in einen erwachsenen Falter zu verwandeln. Sie wandern als dicke Raupen aus der Frucht zum Stamm und suchen sich ein Versteck unter der Baumrinde (Borkenschuppen). Dort spinnen sie sich in einen Kokon ein, um sich zur Puppe zu entwickeln. Die Puppe braucht noch einmal 2 bis 3 Wochen Ruhe, um als geschlechtsreifer Falter (Imago) aus ihrem Kokon zu schlüpfen. Nun kann der Zyklus von Neuem beginnen.
Insgesamt braucht ein Apfelwickler vom Ei zum ausgewachsenen Falter maximal 9 Wochen. Wenn also die ersten Falter im April bis Mai ihre Eier abgelegt haben, dann kann die nächste Generation an geschlechtsreifen Tieren schon im Juli bis August auftreten. Stimmen die Temperaturen (für eine ungestörte Entwicklung dürfen die Außentemperaturen 15 °C nicht unterschreiten), dann wird diese zweite Generation wieder Eier ablegen.
So ist das bei uns in Deutschland der Fall, hier bildet der Apfelwickler zwei Generationen pro Jahr aus. Teilweise können sich in wärmeren Regionen, wie in Südbaden, sogar drei Generationen pro Jahr entwickeln.
Die zweite Generation hat ab August meistens nicht mehr genügend Zeit, um nochmals eine komplette Verwandlung zum erwachsenen Falter durchzulaufen. Ab Temperaturen unter 10 °C ist Schluss mit dem Wachsen. Deshalb treibt es die Raupen irgendwann aus ihren Früchten heraus. Sie machen sich bereit für die Überwinterung, indem sie sich entweder unter der Baumrinde oder im Boden verstecken. Dort spinnen sie sich zusätzlich in einen Kokon ein, der sie vor den Unbilden des Winters schützt und verharren, bis sich der wärmende Frühling zeigt.
Apfelwickler übertragen keine Krankheiten. Der befallene Baum stirbt auch nicht ab. Deshalb geht grundsätzlich von diesem Falter keine „Gefahr“ aus. Allerdings können sie beträchtliche Ernteeinbußen erzeugen. Es kann für Sie bitter sein, wenn die unreifen Äpfel plötzlich abfallen und sich Maden in Ihren Äpfeln befinden. Dann müssen Sie viele Ihrer sorgsam gehegten Äpfel wegschmeißen.
Die erste Raupen-Generation des Apfelwicklers befällt unreife Äpfel und kann Fruchtfall auslösen. Dadurch kann es im Extremfall zu einem kompletten Ernteausfall kommen. Auch die zweite Generation richtet großen Schaden an. Auch wenn die Äpfel im Spätsommer schon reifer sind, kann es zum vorzeitigen Fruchtabfall kommen.
Selbst wenn die Äpfel nicht vom Baum fallen, haben Apfelwickler einen enormen Hunger. Die Fraßschäden am Fruchtfleisch und am Kerngehäuse können groß sein. Durch Wegschneiden der verfaulten und unansehnlichen Stellen kann der restliche Apfel noch verwertet werden. Allerdings ekeln sich viele Menschen allein vor dem Gedanken, dass dort „ein Wurm drin“ war.
Der Schutz Ihrer Obstbäume fängt bei der Vorbeugung an, damit der Apfelwickler nicht zu einem Problem wird. Denn Vorbeugen ist besser als heilen. Beim Apfelwickler kann man einen Befall selten komplett verhindern. Vorbeugende Maßnahmen reduzieren den Befallsdruck und den Schaden. Hat sich der Schädling dennoch in Ihren Obstbäumen eingenistet, dann müssen Sie Bekämpfungsmaßnahmen ergreifen.
Folgende Maßnahmen sollten Sie durchführen, auch wenn noch kein Apfelwickler in Sicht ist.
Da die Larven den Winter geschützt in Kokons unter der Baumrinde verbringen, sollten Ihre Bäume im Winter bis in den Frühling regelmäßig geschüttelt werden. Dabei fallen viele Larven vom Baum ab. Die Larven sollten Sie aufsammeln und vernichten. Eine Folie oder Plane unter den Baum wird Ihnen das Aufsammeln erleichtern.
Suchen Sie die Stämme der Bäume zusätzlich nach Larven-Kokons ab und entfernen Sie diese. Erleichtern können Sie sich die Arbeit durch Abbürsten der Stämme. Gerade bei älteren Bäumen, die nicht mehr geschüttelt werden können, ist diese Methode erfolgreich.
Wenn Ihre Obstbäume kräftig wachsen, dann inspizieren Sie diese ebenfalls auf jegliche Anzeichen von Apfelwicklern (Fraßlöcher, Eier, Kotspuren). Eier können Sie zerreiben, befallene Früchte sollten sofort entfernt werden. Gleiches gilt für abgeworfene Früchte. Damit verhindern Sie die weitere Entwicklung der Larven zu adulten Faltern.
Apfelwickler haben natürliche Feinde wie Ohrwürmer (Ohrenkneifer), Wanzen, Schlupfwespen sowie Vögel. Fördern Sie diese Nützlinge, dann werden es Apfelwickler viel schwerer haben.
Die Larven suchen sich zur Verpuppung geeignete Unterschlupfe außerhalb der Früchte. Dieses sind Spalten und Ritzen am Baumstamm direkt, aber auch in der Umgebung der Bäume. Stützpfeiler und Pfähle aus Holz oder Bambus sowie abgeschnittenes Totholz in der Nähe bieten perfekte Verstecke. Deshalb sollten Sie Totholz entfernen, rissige Pfähle nach Larven und deren Kokons absuchen und auf Bambus komplett verzichten.
Sie können aber auch gezielt künstliche Verstecke schaffen und die darin überwinternden Larven entsorgen. Legen Sie Totholz und Bambusstäbe in der Nähe der Bäume aus. Wurden diese künstlichen Verstecke im Winter besetzt, dann können Sie das Holz entfernen.
Auch direkt am Baumstamm oder an Stützpfeilern können Sie mit Wellpappe perfekte Verstecke für Apfelwickler bauen (sogenannte Fanggürtel). Dieses ist eine effektive Methode zur Reduktion des Befalls. Die Röhren der Wellpappe werden von den Raupen gerne genutzt, um sich dort zu verkriechen und zu verpuppen. Nehmen Sie einen 20–30 cm breiten Streifen Wellpappe und wickeln Sie diesen einmal komplett um den Stamm bzw. den Pfeiler (die Länge der Pappe entspricht dem Umfang des Stammes/Pfeilers). Die Wellpappe sollten Sie Ende Juni anbringen und im Winter wieder entfernen.
Haben Sie alle vorbeugenden Maßnahmen ergriffen? Hoffentlich konnten Sie so den Apfelwickler von Ihren Obstbäumen weitestgehend fernhalten. Jetzt müssen Sie achtsam bleiben, um einen möglichen Befall Ihrer Obstbäume rechtzeitig im Jahr zu erkennen. Schon im Frühling, bei milden Temperaturen, gehen die ersten fortpflanzungsfähigen Apfelwickler auf Hochzeitsflug. Sie paaren sich und setzen kurz darauf ihre Eier auf die Blätter der Obstbäume ab.
Genau diese geschlechtsreifen Falter müssen Sie entdecken. Also seien Sie ab Mitte April wachsam und platzieren Sie schon frühzeitig Apfelwickler-Pheromonfallen zur Befallsüberwachung in Ihre Obstbäume. Damit stellen Sie den ersten Falterflug im Jahr fest und ermitteln somit den Paarungszeitraum. Jetzt kennen Sie den optimalen Zeitpunkt, um den Apfelwickler mit geeigneten Spritzmitteln zu bekämpfen.

Entwicklungszyklus des Apfelwicklers
Alternativ zu Pheromonfallen können Sie auch Gelbtafeln benutzen. An den Klebeflächen der Gelbtafeln bleiben Apfelwickler kleben und können so nachgewiesen werden. Jedoch bleiben auch andere fliegende Insekten daran haften. Deshalb empfehlen wir artspezifische Pheromonfallen.
Bekämpft werden hauptsächlich die Raupen des Apfelwicklers, und diese idealerweise als junge Larven der ersten Generation. Nachdem die Eier Ende April bis Anfang Mai abgelegt worden sind, dauert es 8 – 21 Tage bis die ersten Larven schlüpfen. Dieses ist der perfekte Zeitpunkt, um die Bekämpfung mit geeigneten Mitteln zu beginnen. So können Sie auch die Entwicklung der zweiten Generation weitgehend verhindern.
Haben Sie diesen Zeitpunkt verpasst? Dann wird die erfolgreiche Bekämpfung der ersten Faltergeneration schwierig. Denn haben sich die Raupen erst einmal in die Frucht eingebohrt, sind alle Bekämpfungsstrategien weitgehend wirkungslos. Allerdings können Sie die verpuppten Larven in ihren Kokons vom Baum sammeln, bevor sich die erste Generation in geschlechtsreife Falter verwandelt (siehe Kapitel vorbeugende Maßnahmen).
Zusätzlich müssen Sie nun auf die zweite Generation warten. Legen Sie wieder Pheromonfallen aus und ermitteln Sie erneut den optimalen Zeitpunkt zur Bekämpfung des jüngsten Larvenstadiums. Doch welche Methoden zur Bekämpfung sind geeignet und wirkungsvoll?
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zur Bekämpfung des Apfelwicklers. Den besten Bekämpfungs-Erfolg erzielen Sie, wenn Sie mehrere Methoden miteinander kombinieren. Aber achten Sie darauf, nicht alle Methoden sind miteinander kompatibel.
Es gibt mehrere synthetische Pflanzenschutzmittel, die gegen den Apfelwickler zugelassen sind. Aber Vorsicht: Diese Spritzmittel dürfen nur professionelle Anwender mit Sachkundenachweis anwenden. Keines dieser Mittel ist im Haus- und Kleingartenbereich zugelassen, sie dürfen nicht von Hobbygärtnern eingesetzt werden.
Es gibt aber eine Vielzahl an biologischen und umweltverträglichen Wegen zur effektiven Bekämpfung des Apfelwicklers. Dabei schützen Sie nicht nur sich, Ihre Mitmenschen sowie die Umwelt, sondern schonen auch andere Tiere und Pflanzen. Ein Verzicht auf chemische Mittel sollte Ihnen somit leichtfallen.
Als erste effektive und umweltfreundliche Methode zur Bekämpfung des Apfelwicklers empfehlen wir Apfelwickler-Granuloseviren (Cydia pomonella Granulovirus; CpGV). Unserer Meinung nach ist diese Art der Bekämpfung uneingeschränkt zu empfehlen.
Die Methode basiert auf einem natürlichen Krankheitserreger des Apfelwicklers. Dabei wird ein Virus genutzt, das sogenannte Apfelwickler-Granulosevirus. Dieses 1964 in Mexiko entdeckte Virus wirkt ausschließlich gegen Raupen des Apfelwicklers. Andere Insekten (z.B. Nutzinsekten wie Bienen) werden nicht befallen und sind deshalb nicht gefährdet.
Die Raupen nehmen die Granuloseviren mit der Nahrung auf (Blätter und Früchte). Die Viren vermehren sich in den Raupen. Dabei sterben die Larven innerhalb von 2 Tagen. Ein Teil der Larven stirbt in einem späteren Larvenstadium oder in der winterlichen Entwicklungsruhe (Diapause) ab. Dieses reduziert die Population im Folgejahr zusätzlich.
Granuloseviren werden gegen die erste und zweite Generation des Apfelwicklers angewendet. Wichtig ist hierbei aber zu wissen, dass Sie die frisch geschlüpften Raupen erwischen müssen. Die auf den Baum ausgebrachten Granuloseviren dringen nicht in die Blätter und Früchte ein. Hat sich die Raupe erst einmal tief in die Frucht gefressen, kommt man mit Granuloseviren nicht mehr weiter. Um den optimalen Zeitpunkt zu ermitteln, werden Sie auch hier Pheromonfallen benutzen.
Zudem müssen die Viren mit der Nahrung gefressen werden, es ist ein Fraßgift. Deshalb müssen Sie gründlich arbeiten und die ganze Baumkrone (Blätter und Früchte) bespritzen. Folgendes sollten Sie beachten:
Natürlich können Sie Apfelwickler-Granuloseviren bei uns im Agrinova-Shop kaufen:
Madex Apfelwicklerfrei kaufen
Wir sind von unserem Produkt überzeugt: Madex® (ein Produkt der Andermatt Biocontrol AG) ist seit über 30 Jahren das effektivste biologische Mittel gegen Apfelwickler. Die Forschung hat gezeigt, dass ein Apfelwickler-Befall mit Madex® um 60–80 % reduziert werden kann. Seitdem wurde es stetig optimiert und befindet sich mit Madex® Apfelwicklerfrei auf dem neuesten Stand der Entwicklung. Es ist
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Eine weitere biologische Art der Apfelwickler-Bekämpfung nutzt die Lebensweise von Schlupfwespen aus. Dabei haben sich mehrere Arten (Elodia tragica, Trichogramma enecator, Ascogaster quadridentatus und Hyssopus pallidus) auf die Larven des Apfelwicklers als Wirt spezialisiert. Die Larven werden von den Schlupfwespen parasitiert.
Das Prinzip ist einfach: Apfelwickler-Larven dienen den heranwachsenden Schlupfwespen-Larven als Nahrung. Dafür injizieren die weiblichen Wespen ihre Eier mit Hilfe einer Legeröhre in oder auf eine Apfelwickler-Larve. Eine weibliche Schlupfwespe kann im Laufe ihres Lebens bis zu 120 Apfelwickler-Eier parasitieren. Im Innern der Obstmade wächst dann die Schlupfwespen-Larve heran und frisst währenddessen die Obstmade auf.
Sie können Schlupfwespen-Larven in parasitierten Wirts-Eiern im Handel erwerben. Die parasitierten Eier werden auf Pappkärtchen platziert und verschickt. Die Kärtchen können Sie nun in den befallenen Obstbaum aufhängen. Der optimale Zeitpunkt zur Platzierung der Karten ist ab April bis Juni und sollte 3‑wöchentlich bis zu 4‑mal wiederholt werden.
Sobald die Schlupfwespen geschlüpft sind, beginnen sie mit ihrer Suche nach einem Wirt. Schlupfwespen sind wahre Spürhunde und effizient im Auffinden von Apfelwickler-Larven. Selbst in kleinsten Ritzen werden sie noch fündig. Deshalb ist diese biologische und 100% chemiefreie Bekämpfungsmethode erfolgreich.
Als weitere umweltfreundliche und biologische Art der Apfelwickler-Bekämpfung bieten sich unsere Nematoden der Art Steinernema feltiae an. Sie sind ebenfalls auf die Larven des Apfelwicklers spezialisiert und parasitieren diese für ihre eigene Vermehrung. Sie können aber auch zur Bekämpfung von Trauermücken oder Ameisen eingesetzt werden. Da SF-Nematoden nur auf wenige Wirte spezialisiert sind, stellen sie keine Gefahr für Mensch, Tier oder Pflanze dar.
Diese unter einem Millimeter kleinen Nematoden (auch Älchen oder Fadenwürmer genannt) leben natürlicherweise im Boden. Sie dringen über die Haut oder über Körperöffnungen in die Apfelwickler Larve ein und geben Bakterien ab, welche den Schädling in etwa 3 Tagen zum Absterben bringen. Die Nematoden vermehren sich in den Wirtslarven und wandern anschließend in die Umgebung ab, wo sie neue Larven infizieren.
Das Problem ist, dass Nematoden und Apfelwickler-Larven zusammengebracht werden müssen. Das Wetter muss stimmen, und die Larven müssen auffindbar sein. Nematoden reagieren sensibel auf nicht optimale Bedingungen. Sie brauchen viel Feuchtigkeit, damit sie die Apfelwickler-Larven auffinden können. Es darf auch nicht zu kalt sein, denn unter 8 °C sind Nematoden der Art Steinernema feltiae nicht mehr aktiv. Zudem vertragen sie kein Sonnenlicht.
Da Nematoden so empfindlich sind, kann man sie nur selten im Sommer ausbringen. Bessere Bedingungen bieten wolkenverhangene, feuchte Abende nach der Apfelernte im Herbst (ab September) bis in den Februar hinein. Mindestens 12 – 24 Stunden lange Perioden mit Nieselregen oder Hochnebel sind perfekt. Diese Zeit brauchen Nematoden zum Finden und Infizieren ihres Wirts.
Im Sommer sind die Obstmaden gut geschützt im Apfel versteckt. Aber im Herbst kommen die vollgefressenen Larven heraus und suchen sich einen Überwinterungsplatz am Baumstamm. Dort können die noch nicht verpuppten Larven gut von den Nematoden aufgefunden und infiziert werden.
Alles was Sie tun müssen, ist, die Stämme der Obstbäume (und ggf. Stützpfähle oder andere Unterschlupfmöglichkeiten) mit einer Nematoden Lösung zu besprühen. Ist es doch zu trocken, wiederholen Sie die Behandlung mehrere Male innerhalb einer halben Stunde.
Bei dieser Strategie wird das Paarungsverhalten der Apfelwickler ausgenutzt. Um vom männlichen Falter gefunden zu werden, sendet das Weibchen spezielle Duftstoffe aus. Diese sogenannten Pheromone oder Sexuallockstoffe können künstlich hergestellt werden.
In Ihrem Garten oder auf der Obstwiese können Sie nun verstärkt diese Lockstoffe ausbringen. Die Fläche wird dadurch mit dem Pheromon überflutet. Die männlichen Apfelwickler riechen überall Weibchen, aber finden können sie diese nicht mehr. Der Paarungserfolg wird dadurch deutlich reduziert, unter optimalen Bedingungen bis zu 90 %. Das ist das Prinzip der Verwirrmethode.
Die Pheromone werden in Kapseln (Dispenser) oder auf anderen Trägermaterialien in die Bäume gehängt. Wichtig ist hierbei:
Zum Schluss möchten wir Ihnen noch ein altbewährtes Mittel vorstellen, die selbst hergestellte Wermutjauche als natürliches Spritzmittel gegen Apfelwickler. Wermutjauche entsteht aus der Gärung von Pflanzenteilen in Wasser. Die im Wermut enthaltenen Wirkstoffe werden extrahiert und sind sehr wirkungsvoll gegen Apfelwickler.
Nehmen Sie 300 Gramm frische Wermutblätter und zerhacken Sie diese. Geben Sie den Wermut in 10 Liter Wasser und lassen Sie das Gemisch 10 — 14 Tage bei Sonneneinstrahlung gären. Umrühren nicht vergessen. Ist die Gärung beendet, filtern Sie die fertige Jauche durch ein Sieb. Diese Wermutjauche können Sie idealerweise im Frühsommer mit einem Garten-Sprühgerät an die befallenen Bäume ausbringen.